Es war das erste mal, dass der Haßbergverein die Rhön als Ziel für sein Wanderwochenende gewählt hatte. Und es war eine gute Wahl! Zumal auch, weil sich das Wetter für die Wanderer von seiner allerbesten Seite zeigte.

So reisten am Freitagnachmittag 22 Wanderlustige zum Berggasthof Sennhütte an. Schon die Anfahrt auf der Hochrhönstrasse stimmte die Teilnehmer auf den einzigartigen Charakter dieser Wanderregion ein. Schnell waren die Zimmer verteilt und nach der gegenseitigen, herzlichen Begrüßung machten sich alle auf zum nahegelegenen Schwarzen Moor. Bei dem gemeinsamen Rundgang konnte unschwer festgestellt werden, wie auch das Moor unter der Trockenheit der letzten Monate gelitten hat.

Für den Samstag war eine größere Wanderung von der Bayerischen Rhön in die Thüringische Rhön vorgesehen. Nach dem ausgezeichneten Frühstück starteten die Haßbergvereinler von der Sennhütte aus in Richtung Frankenheim und passierten dabei die ehemalige innerdeutsche Grenze, jetzt die Grenze zu Thüringen. Der Wanderweg führte durch Frankenheim hindurch und danach an Viehweiden entlang zum 810 m hohen Ellenbogen. Auf dem Rücken dieser Erhebung wurde im vergangenen Jahr „Noahs Segel“ errichtet, eine 21 m hohe Besucherplattform, von der aus man einen phantastischen Rundumblick über die gesamte Rhön hat. Von hier ging es, dem Naturlehrpfad Ellenbogen folgend, weiter zur Mittagseinkehr im Thüringer Rhönhaus. Die Wanderer fühlten sich wohl an dieser Stätte, die so liebevoll eingerichtet ist und die mit der Naturparkanlage mit heimischen Tieren auch im Außenbereich zum Verweilen einlädt.

Doch der Rückweg war noch lang. So ging es wieder nach Frankenheim, wo die Wanderer in der „Schweinebucht“ noch einmal Kraft tankten für die letzte Etappe, die wieder nach Bayern führte. In der Sennhütte klang der Tag nach dem Abendessen mit Zithermusik harmonisch aus, einzig gestört durch das Ergebnis des Fußball-Länderspiels Deutschland : Holland.

Am Sonntag stand eine Wanderung in der hessischen Rhön an. So fuhr man nach dem ausgiebigen Frühstück und dem Gepäckverladen mit den Autos zur Enzianhütte, um von hier aus zur Milseburg zu wandern. Das Wetter war wieder bombastisch und die Stimmung daher ausgezeichnet, als sich die Haßbergvereinler auf den Weg machten. Das Ziel, der Gipfel der Milseburg mit der Gangolfskapelle, der Kreuzigungsgruppe und der gemütlichen Milseburghütte verlangte den Wanderern beim Aufstieg auf dem steinigen Weg erst mal einiges ab. Oben angekommen wurden sie jedoch vielfach belohnt durch die grandiose Aussicht über die hessische Rhön bis nach Fulda. Wer auf dem Berg jedoch eine Burg erwartet hatte, wurde enttäuscht. Die Milseburg ist eine 835 m hohe Erhebung mit vulkanischem Ursprung. Dass sie die umliegende Landschaft um 130 m überragt, macht sie so markant und als Aussichtsberg sehr beliebt. Entsprechend war auch der Besucheransturm sehr groß. Nach einiger Zeit des Schauens und Verweilens ging es wieder an den Abstieg und den Rückweg. Der führte diesmal in Richtung Fuldaer Haus, bog jedoch vor dessen Erreichen auf die „Poppenhäuser Kunstmeile“ ab, die beim Grabenhöfchen, einer Gastwirtschaft an der Bundesstrasse 458, endet. Von hier war es noch eine halbe Stunde Gehzeit, bis der Ausgangspunkt Enzianhütte wieder erreicht war.

Da jedoch auf der Enzianhütte trotz vorheriger Reservierung kein Platz mehr für die Wanderer zu bekommen war, beschloss man, sich hier voneinander zu verabschieden und getrennt die Heimreise anzutreten. Man war einhellig der Meinung, dass sich die Rhön für die Haßbergvereinler an diesem Wochenende von ihrer allerbesten Seite gezeigt hatte. Einige Teilnehmer waren sogar zum ersten Mal in der Rhön und nahmen natürlich auch einen sehr positiven ersten Eindruck mit nach Hause.

Die nächste Veranstaltung des HBV ist nun am 27. Oktober die Führung im Naturpark Steigerwald durch Günther Oltsch, Mitglied des „Freundeskreis Nationalpark Steigerwald“.

Abfahrt mit Pkw ist um 13:00 Uhr am Hallenbad in Königsberg.

Manfred Keß