Es waren nicht sehr viele Königsberger Bürger, die am Freitagnachmittag auf dem alten Friedhof in Königsberg zusammen gekommen waren, um der Segnung der dort aufgestellten neuen von Steinmetz Michael Tully gestalteten Stele beizuwohnen. Um diese wurde ein neues Urnenfeld angelegt, in dem in Zukunft Verstorbene beigesetzt werden können, deren Leichnam nach ihrem Tod eingeäschert wird. Die Stadt Königsberg kommt mit dieser Einrichtung auch einem immer mehr zunehmenden Wunsch Verstorbener entgegen, sich in einem Friedwald beerdigen zu lassen. Auch anonyme Grablegungen sind dort möglich. Gesegnet wurde die neue Stätte durch Gemeindereferent Markus Fastenmeier und Pfarrer Peter Hohlweg, der in einer kurzen Ansprache auch darauf hinwies, dass Friedhöfe auch Stätten der Hoffnung seien. Sie seien auch Stätten der Auferstehung und Sinnbilder des Kreislaufs von Werden und Vergehen. Auch Bürgermeister Claus Bittenbrünn ging in einer kurzen Ansprache auf die Bedeutung der Friedhöfe ein. Sie seien stille Oasen im lauten Getriebe der Zeit und böten Raum, sich seinen Gefühlen zu überlassen. Sie böten aber auch die Ruhe, sich wieder zu fassen, abgeschirmt vom Rest der Welt, lenken sie den Blick nach innen und richten die Gedanken auf unveränderliche Werte.

gs